Vom Leben mit meiner rumänischen Tierschutzhündin


 

Willkommen auf meinem, oder eher unserem Blog, liebe Leserinnen und Leser! Heute möchte ich euch in die faszinierende Welt des Lebens mit meiner rumänischen Tierschutzhündin Casey entführen. Ihre Geschichte ist mehr als nur eine bewegende Erzählung von der Straße in unsere Herzen; es ist eine Reise voller Emotionen, Herausforderungen und vor allem bedingungsloser Liebe.

Als ich Casey das erste Mal sah, konnte ich nicht ahnen, welchen Einfluss sie auf mein Leben haben würde. In diesem Blog möchte ich euch an den Höhen und Tiefen teilhaben lassen, die wir gemeinsam durchlebt haben. Casey hat nicht nur meine Welt verändert, sondern auch mein Verständnis für Liebe, Vertrauen und Hingabe neu definiert.

Begleitet mich auf dieser emotionalen Ode an das Leben mit Casey – einer Geschichte, die zeigt, dass die bedingungslose Liebe eines Tiers nicht nur Herzen heilen, sondern auch ganze Leben transformieren kann. Lasst uns eintauchen in die Welt von Casey und erfahren, wie aus einer geretteten Seele ein unverzichtbarer Teil meiner eigenen wurde.

Am 15. Juli 2021 wurde ein winziges Wesen namens Casey, vermutlich in den staubigen Straßen Rumäniens, geboren. Ihre Ankunft in diese Welt war von Anfang an von Herausforderungen geprägt, und das Schicksal führte sie früh in ein Tierheim. In den schützenden Mauern des Shelters begann ihre zarte Seele eine Reise, die ihr Leben für immer prägen sollte.

Die ersten Monate ihres Daseins waren bereits von einer Bürde begleitet – einem Nabelbruch. Das Schicksal führte sie auf den Operationstisch, um diese Last zu erleichtern. Doch das Schicksal war grausam, und die Schatten der medizinischen Eingriffe zogen sich weiter über Caseys junges Leben. Der Nabelbruch wurde behoben, ja, aber gleichzeitig wurde sie kastriert – ein Eingriff, der ihre Unschuld auf eine Weise raubte, die für ein so junges Wesen kaum zu begreifen war und ihr damit Chancen einer natürlichen Entwicklung nahm.

Als Casey schließlich mit unsicheren Schritten in Deutschland ankam, waren die Fäden der Operation noch nicht gezogen. Ihr Blick verriet mehr, als Worte je ausdrücken könnten – die Unschuld einer Welpenseele, die zu früh mit den Schatten der Welt konfrontiert wurde. Gerade einmal 3 bis 4 Monate alt, und schon hatte sie mehr durchgemacht, als viele in einem ganzen Leben. Die Ängste, die sie damals kennengelernt & erfahren hat, begleiten sie leider noch heute.

Angekommen in Deutschland konnte sie sich erstmal ein wenig im Tierheim erholen und mit ihren Geschwistern und anderen Hunden das Gefühl von Geborgenheit und Spiel entdecken. Inmitten der neuen Gerüche und vertrauten Vierbeiner fand Casey Trost und Zuneigung, die sie so dringend brauchte. Gemeinsam tobten sie auf der Freifläche des Tierheims, ihre Ruten wedelten fröhlich in der Luft, und ihre spielerischen Pfotenabdrücke erzählten von einer Welt, die nun endlich freundlicher schien.

Mit jedem verspielten Moment, den sie mit ihren Geschwistern teilte, wuchs ihre Zuversicht.

Das Tierheim wurde nicht nur zu einem vorübergehenden Zuhause, sondern zu einem Ort der Heilung und des Neuanfangs. Die gemeinsamen Abenteuer stärkten nicht nur die Bindung zwischen den Geschwistern, sondern auch zu den Pflegern, die liebevoll über sie wachten. Und so konnte Casey, trotz der frühen Turbulenzen ihres Lebens, langsam aber sicher lernen, dass die Welt auch schöne Seiten zu bieten hat.

Um Weihnachten 2021 begab sich eine Familie, die bereits zuvor eine Hundeseele aus dem Tierheim gerettet hatte, erneut in die vertrauten Pfade des Tierheims – diesmal nur, um zu schauen, gab es ein tolles Video der kleinen Rasselbande. In den Gehegen begrüßten sie eine Vielzahl von Hunden, Welpen, Junghunden und erwachsenen Seelen, die alle auf der Suche nach einem liebevollen Zuhause waren.

Mitten in der schimmernden Vielfalt der Fellnasen, trat plötzlich eine kleine Seele aus der Menge hervor. Ihr Blick voller Neugier und Zuneigung richtete sich freudig auf die erwachsene Tochter der Familie. Diese magische Begegnung veränderte alles. Die kleine, aber mutige Hündin, die sich als Casey vorstellte, schien das Herz der Familie im Sturm erobert zu haben.

In diesem besonderen Moment, der von der Magie der Feiertage durchdrungen war, spürten sie eine unsichtbare Verbindung zu Casey. Ihre liebevollen Augen sprachen Geschichten von vergangenen Herausforderungen, aber auch von einer unbändigen Freude, endlich eine Familie gefunden zu haben. Und so entschied sich die Familie, die eigentlich nur schauen wollte, dazu, ein weiteres Familienmitglied willkommen zu heißen – Casey, die kleine Überlebenskünstlerin, deren zartes Herz nun ein neues Kapitel der Liebe und Geborgenheit erleben durfte.

 

 

Nun hatte Casey endlich die Zeit und Ruhe, zu wachsen und sich in ihrem neuen Zuhause einzuleben. Doch in den ersten Wochen nach ihrer Ankunft hatte sie weiterhin mit gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen. Die Fäden der Operation zierten noch immer ihren zarten Bauch, und ihr Gesundheitszustand verriet die Spuren ihrer schwierigen Vergangenheit.

Leider war die Reise zum Tierarzt vonnöten, um die Ursache ihrer gesundheitlichen Probleme zu ergründen. Bei der Untersuchung erhielten die besorgten Adoptiveltern die traurige Bestätigung: Casey litt nicht nur unter den Folgen der frühen Kastration und dem Nabelbruch, sondern auch unter Giardien, einer parasitären Infektion, die den Darm belastet. Zusätzlich plagte sie eine schmerzhafte Ohrenentzündung, die auf ihre bisherige Odyssee durch das Tierheim und die Straßen Rumäniens zurückzuführen war.

Die Diagnose war niederschmetternd, aber die Familie stand fest an Caseys Seite. Gemeinsam begannen sie einen weiteren Abschnitt der Heilungsreise, auf der sie Casey unterstützten, sich von den Schatten ihrer Vergangenheit zu befreien. Die kleinen Pfotenabdrücke auf ihrem Weg der Genesung wurden zu Symbolen der Stärke und des Zusammenhalts, während Casey trotz allem mit einem liebevollen Blick und wagenden Schwanzes ihre Dankbarkeit für die Chance auf ein neues Leben ausdrückte.

Leider währte das Glück in ihrer neuen Familie nicht von Dauer. Die Tochter, bei der Casey lebte, wurde krank und konnte sich nicht mehr dauerhaft um die liebevolle Hündin kümmern. Diese unerwartete Wendung des Schicksals brachte eine neue Herausforderung mit sich – eine, die nach Lösungen und Mitgefühl verlangte. Es war klar, dass eine alternative liebevolle Familie für Casey gefunden werden musste, um sicherzustellen, dass ihr Weg zu Glück und Geborgenheit weitergeht, denn es verlangte noch viel Arbeit und Verständnis auf Caseys Weg.

Und hier beginnt unser Glück mit Casey.

Ein kurzer Blick zurück, wir hatten wieder für zwei Wochen das Vergnügen, die Hündin unserer Freunde zu beherbergen. Die Liebe zu diesem Labrador/Berner Sennen-Mix entflammte in unseren Herzen, doch wie so oft schmerzte es uns, als sie zurück zu ihrer Familie kehrte. Die Ecke, die wir ihr immer gemütlich eingerichtet hatten, wirkte plötzlich verwaist. Ein trauriger Blick auf den leeren Platz verriet, dass jemand in unserem Leben fehlte. Unsere Herzen lasteten schwer, und der Entschluss reifte, dass es an der Zeit war, ein neues Familienmitglied willkommen zu heißen.

Nach vielen Überlegungen und Tagen des Abwägens stand der Beschluss fest: Wir sehnten uns nach einer dauerhaften Gefährtin. Als die Entscheidung gefällt war, durchströmte uns eine Art Euphorie. Doch heute, mit dem Wissen von damals, würde ich diese Wahl anders angehen. Damals dachten mein Mann und ich nicht weiter über die individuellen Charaktereigenschaften und Gewohnheiten verschiedener Hunderassen nach. Inmitten der aufkeimenden Vorfreude hatten wir nicht bedacht, dass die Persönlichkeit unseres zukünftigen Familienmitglieds genauso wichtig war wie die Freude über die Idee eines vierbeinigen Gefährten.

Wir begaben uns unabhängig voneinander im Internet auf die Suche nach unserer zukünftigen Hündin. Jeder von uns durchforstete die Tiervermittlungsseiten, auf der Suche nach einem vierbeinigen Familienmitglied. Dabei stießen wir beide auf einen bezaubernden Mix-Rüden aus dem Tierschutz, der uns auf den ersten Blick verzauberte. Wir beschlossen, eine Anfrage für ein erstes Kennenlernen zu stellen. Die Vorfreude auf diese potenzielle Begegnung war groß, doch leider erhielten wir auch nach mehreren Tagen keine Rückmeldung.

Entschlossen, das Schicksal nicht aus den Augen zu verlieren, setzten wir unsere Suche fort. Ganz unabhängig voneinander stolperten wir über den Hilferuf von Casey. Ihr Bild und ihre Geschichte berührten uns zutiefst. Ohne dass wir es wussten, hatten wir beide die Familie kontaktiert, die um Hilfe für Casey bat. Als sich die Wege unserer Bemühungen kreuzten, konnten wir ein Treffen mit Casey und ihrer Familie vereinbaren. Es schien, als hätte das Universum uns zusammengeführt, um eine neue Seite in unserem Leben zu beginnen – mit Casey als unserem Herzenshund.


Als Casey mit etwa 8 Monaten bei uns einzog, standen wir vor der Herausforderung, dass sie noch nicht stubenrein war. Zusätzlich kämpfte sie mit Ängsten gegenüber allem und jedem, insbesondere vor Männern, Autos und Fahrrädern. Trotz dieser anfänglichen Unsicherheiten war sie gesundheitlich weitestgehend fit, abgesehen von etwas Durchfall.

Die erste Baustelle, die es zu bewältigen galt, war also die Stubenreinheit. Unser Ansatz bestand darin, alle zwei Stunden zwischen 6 Uhr morgens und Mitternacht dieselbe Strecke zu gehen. Diese Routine half Casey, in den ersten 2-3 Tagen das Vertrauen zu entwickeln, dass es draußen klappt. Etwaige Missgeschicke zu Hause wurden kommentarlos beseitigt. Es war entscheidend, diese Routine beizubehalten. Casey akzeptierte lange Zeit keine anderen Strecken, um sich zu erleichtern; es hat sicherlich ein Jahr gedauert, bis sie bereit war, andere Wege zu erkunden und dafür zu nutzen.

Da wir auf dem Land leben, führten uns unsere Spaziergänge oft durch den Wald oder an Feldern vorbei. Überraschenderweise erleichterte sich Casey nie an diesen Orten. Nachdem die Unfälle zu Hause allmählich seltener wurden und Casey offenbar verstand, konnten wir die Zeitabstände zwischen den Spaziergängen schnell verlängern.

Diese anfänglichen Herausforderungen schweißten uns zusammen und waren der Anfang einer Reise, auf der Casey nicht nur stubenrein wurde, sondern auch lernte, ihre Ängste zu überwinden und sich sicherer in ihrer neuen Umgebung zu fühlen.

Während wir gleichzeitig mit der Herausforderung der Stubenreinheit bei Casey umgingen, mussten wir uns auch dem hartnäckigen Durchfallproblem stellen. In einem Rückschritt entschieden wir uns, ihr spezielles Trockenfutter für Junghunde anzubieten. Doch schnell wurde klar, dass Trockenfutter nicht gerade zu Caseys Favoriten gehörte. Hier wurde sie wählerisch, und es schien, als hätte Trockenfutter keine Chance auf ihrer kulinarischen Hitliste.

In einem experimentellen Ansatz wagten wir einen weiteren Schritt zurück und führten ihr Trockenfutter mit einer köstlichen Soße oder Pastete aus Dosenfutter bei. Plötzlich änderte sich die Dynamik dramatisch. Casey zeigte plötzlich großes Interesse und nahm das Futter begeistert an, sobald die zusätzliche Geschmacksexplosion hinzukam.

Diese kulinarische Wendung war nicht nur ein Sieg über den Durchfall, sondern auch ein Einblick in Caseys unverwechselbare Vorlieben. Es unterstrich, dass Hunde wie Menschen individuelle Geschmackspräferenzen haben und dass die richtige Mischung entscheidend ist, um den kulinarischen Gaumen unserer vierbeinigen Freunde zu erobern.

Das Angstverhalten von Casey bereitete uns bei weitem mehr Probleme und Sorgen. In den ersten Wochen schien es nahezu unmöglich, mit ihr problemlos an Männern vorbeizugehen, ohne dass sie in die Leine sprang und sie anbellte. Autos und Fahrräder, alles, was sich schnell bewegte, wurden zu potenziellen Feinden, die vertrieben werden mussten.

Jeder Spaziergang wurde zu einer Herausforderung, die konsequentes Kurzhalten erforderte. Ohne diese Maßnahme bestand die Gefahr, dass Casey impulsiv in Richtung vorbeifahrender Autos sprang, vor denen sie nicht ausreichend ausweichen konnte. Es war eine ständige Gratwanderung, die volle Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen erforderte, um Casey Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln.

Das tägliche Gassi gehen wurde zu einem intensiven Training, bei dem nicht nur wir, sondern auch Casey selbst an ihre emotionalen Grenzen stoßen mussten. Doch das waren die ersten Schritte auf dem Weg zu einem tieferen Verständnis für ihre Ängste und einer Reise, die letztendlich zu einem stärkeren Band zwischen uns führte.

Während wir mit Caseys Angstverhalten kämpften, überraschte uns die Zeckenzeit, die wir nicht bedacht hatten. Schnell fanden sich diese unliebsamen Parasiten ein und wurden zu einer zusätzlichen Herausforderung. Beim fachmännischen Entfernen der Zecken bat ich eine Nachbarin um Hilfe. Casey ließ dies anfangs geduldig über sich ergehen, aber sie hatte noch nicht die Ausdauer, ruhig liegen zu bleiben, bis alle Zecken entfernt waren.

In einem Gespräch mit meiner Nachbarin erhielt ich den Tipp, vorbeugend eine Tablette gegen Zecken zu verwenden. Diese Lösung erschien nicht nur praktisch, sondern versprach auch eine effektive Abwehr dieser lästigen Plagegeister. Doch auch hier lag eine weitere Etappe unserer Reise mit Casey vor uns, in der wir lernten, uns den unterschiedlichsten Herausforderungen des Zusammenlebens mit einem Hund zu stellen.

Also machte ich mich auf die Suche nach einer Tierärztin mit hervorragenden Referenzen und sicherte uns einen Termin. Das erste Zusammentreffen verlief oberflächlich betrachtet unproblematisch. Casey wurde mit Leckerchen bestochen, und nachdem die notwendigen Daten erfasst waren, ging es auf den Untersuchungstisch. Doch meine Hündin, die bisher keinerlei auffälliges Verhalten gegenüber Frauen zeigte, mutierte plötzlich zu einem anderen Hund. Sie sträubte sich mit beinahe allen Mitteln gegen eine genaue Untersuchung der Stellen, an denen die Zecken gesessen hatten.

Die Tierärztin konnte dennoch ertasten, dass die Parasiten bereits tot und vertrocknet waren. In dieser kurzen Zeit hatten sie wohl ihr Schicksal ereilt. Die Ärztin riet uns, zu klären, ob Casey bereits ein entsprechendes Mittel erhalten hatte, denn aufgrund des Zustands der Zecken schien dies die einzige plausible Erklärung zu sein. Wir machten uns daran, die vergangene Zeit zu berechnen, um festzustellen, wie lange eventuell eine Tablette wirken konnte und wann eine erneute Einnahme sicher möglich war, ohne die Gesundheit von Casey zu gefährden.

Natürlich erkundigte ich mich auch bei der vorherigen Familie nach einer möglichen vorbeugenden Behandlung, aber auch hier wurde nichts dergleichen unternommen. Zu diesem Zeitpunkt war Casey etwa 9-10 Monate jung. In diesem unerwarteten Wendepunkt unserer Geschichte mit Casey wurde uns einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer tierischen Begleiter sorgfältig zu überwachen und aufmerksam zu reagieren.